WLTP 2nd act Auf WLTP folgt WLTP 2.0

Seit dem 1. September 2017 kann eine Typgenehmigung für neue Pkw-Typen in den Ländern der Europäischen Union und in weiteren europäischen Ländern nur noch erfolgen, wenn die Ergebnisse gültiger CO2-Messungen nach dem neuen Testverfahren WLTP (Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure) vorliegen.
Seit 1. September 2018 müssen WLTP-Messungen für alle neu zugelassenen Pkw vorliegen, für größere leichte Nutzfahrzeuge setzen die Regelungen jeweils ein Jahr später ein.

Zu den Testparametern zählt, dass die Temperatur in der Prüfkammer 23 Grad Celsius liegt, die Streckenlänge 23 Kilometer beträgt und der Fahrzyklus 30 Minuten dauert. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt bei 47 km/h, die Höchstgeschwindigkeit bei über 130 km/h. Gemessen werden alle möglichen Motoren- und Getriebekombinationen.

Die Umstellung vom NEFZ-Testverfahren auf WLTP hat für die Automobilindustrie große Veränderungen gebracht. Die Ergänzung des gerade eingeführten WLTP-Verfahrens um weitere Testkomponenten bis zum Jahr 2020 bringt weitere Verschärfungen mit sich.

Insgesamt wird WLTP um vier Tests erweitert:

  • Seit September 2018 gilt das "Real Driving Emissions-Verfahren (RDE)", welches die Realitätsnähe der Labortestwerte feststellen soll. Es werden die gemessenen Schadstoffemissionen im Straßenverkehr überprüft. Der Laborwert darf nur um einen bestimmten Faktor überschritten werden.

  • Im Prüfverfahren "Service Conformity (ISC)" wird seit Anfang des Jahres 2019 getestet, dass ein Fahrzeug auch nach längerer Betriebsdauer keinen höheren Verbrauch als ein Neufahrzeug haben darf. Der WLTP-Messzyklus muss dann mehrmals erneut durchlaufen werden. Die Fahrzeuge für diese Messreihe müssen zwischen sechs Monate und fünf Jahre alt sein und eine Laufleistung zwischen 15.000 und 100.000 Kilometern aufweisen.
  • Der so genannte "Evaporation Test (EVAP)" wird ab September 2019 vorgeschrieben und sieht eine Messung so genannter Tankatmungsverluste, also die Verdunstung von Kraftstoff bei ausgeschaltetem Fahrzeug, vor.
  • Das neue Testverfahren "Onboard Fuel Consumption Monitoring (OFCM)" ab dem Jahr 2020 sieht eine Prüfung der Verbrauchsanzeigen, die den Fahrer über den Kraftstoffkonsum seines Fahrzeuges informieren, vor. Da man den tatsächlichen Kraftstoffverbrauch auch sehr stark durch das eigene Fahrverhalten beeinflusst, wird diesem zusätzlichen Prüfverfahren ein hoher Stellenwert beigemessen. Im Zuge des Prüfverfahrens wird die Kraftstoffmenge vor und nach dem Rollenprüfstandtest gemessen und mit der errechneten Kraftstoffmenge aus der WLTP-Messung verglichen. Die Werte dürfen nur wenig voneinander abweichen.

Die Anforderungen an die Fahrzeuge sind mit WLTP 2.0 präziser formuliert. Am Steuer eines Testfahrzeuges sitzt aber nach wie vor ein Mensch und wird nicht von einer Maschine simuliert.